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Neue Hamburg-Bücher für den Herbst

Die ersten Sonnentage des Frühjahrs haben wir genutzt und uns mit dem Illustrator Timo Zett samt Skizzenbuch und Fineliner auf eine Tour durch Hamburg gemacht. Entstanden ist ein gezeichnetes Tagebuch, in dem der Urban Sketcher ohne vorzuzeichnen und vor Ort nur festhält, was er tatsächlich sieht.
Auch der Fotograf und Plattensammler Bernd Jonkmanns hat sich in der Stadt herumgetrieben und auf Flohmärkten und in Plattenläden Schallplatten aufgespürt, die alle mit Hamburg zu tun haben. Die historischen Cover setzt er an den Originalschauplätzen erneut in Szene, die Entstehungsgeschichten der Plattenhüllen verrät uns der bekannte Musikjournalist Christoph Dallach in »Hamburg Vinyl«.
Auf eine kulinarische Reise direkt vor der Haustür lädt uns der Weinexperte Gerd Rindchen ein. Für uns hat er Hamburger »Genusshelden« besucht, die von ihrem Metier beseelt sind: Meisterköche und Gastronomen, Landwirte, Bäcker, Gewürzmüller, Kaffeeröster, Affineure, Teeimporteure und Konditoren erzählen und geben uns Rezeptempfehlungen zum Ausprobieren in der eigenen Küche.
Tief in den Archiven gegraben hat der Historiker Jan Zimmermann und frühe Hamburg-Aufnahmen aus der Zeit von 1859 bis 1883 gefunden: Die Bilder zeigen das alte Hamburg mit krummen Straßen, schiefen Fachwerkhäusern und engen Gassen und das im Entstehen begriffene neue Hamburg: noch ohne Strom und Straßenbahn, aber mit Gaslaternen und Pferdebahn. Ein Großteil der Fotos wurde noch nie veröffentlicht.
Sollten dann noch Hamburg-Fragen offen geblieben sein, gibt’s zum Nachkieken das »Nokixel«: Das bedeutet auf Plattdeutsch tatsächlich Nachschlagewerk und wenn man das Wort rückwärts liest, wird das hochdeutsche »Lexikon« daraus. Jörn Tietgen erklärt uns, von Matthias Schütte witzig-modern illustriert, Hamburger Begriffe von Aalsuppe bis Zampelbüdel.
Das neue Architekturjahrbuch zeigt uns die wichtigsten Hamburger Bauten 2019/20 und wirft einen Rückblick auf fünfzig Jahre Steilshoop und die gefährdeten Bauten der Spät- und Postmoderne, widmet sich der aktuellen Gestaltung von S-Bahn-Haltestellen und geht der Frage nach, ob neue Stadträume vor allem neue Verkehrsräume sein sollten, befasst sich mit dem Thema Dichte in historischer und aktueller Perspektive sowie den neuen Kreativorten am Wasser.
Die Speicherstadt hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten von einem düsteren Lagerbezirk im Freihafen zur Touristenattraktion von internationaler Bekanntheit entwickelt. Mit einer kompakten Sammlung von Texten, Bildern, Dokumenten und Plänen zeichnen die Autoren Nik Antoniadis und Dirk Meyhöfer in diesem Reiseführer den Gang der Speicherstadt durch die Geschichte vom Warenlager zum Welterbe nach.
Und wer noch eine Extradosis Hamburg braucht, der bekommt »Hamburg total« – jetzt als Buch: Bekannt geworden vor allem durch seinen seit über zwanzig Jahren erscheinenden Kalender, ist Ulf Harten heute eines der letzten Exemplare der analogen Comic-Kultur. Seine Motive stellt er noch immer von Hand auf Zeichenblättern her – als »richtige Originale« auf Papier. Dieses Buch bündelt das Gesamtwerk des Künstlers mit seinen über 300 Zeichnungen zum Thema Hamburg erstmals in einem Bildband.

All das und mehr erwartet uns im Herbst bei Junius!