23.02.2024

Vorschau auf das Herbstprogramm


 

Das ist uns auch erst aufgefallen, als wir den Katalog gemacht haben. Unsere Hamburg-Titel für den Herbst sind schwer Achtziger-Jahre-lastig:
In dem Bildband Wir werden noch tanzen ... öffnet die Fotografin Marily Stroux ihr Archiv und zeigt Bilder aus den Jahren 1983 bis 1995 vom Leben und Alltag in der Hafenstraße. • Im Park »Planten un Blomen« eröffneten derweil drei junge Männer ein ehemaliges Oma-Lokal neu. Der Bildband Schöne Aussichten erzählt davon, wie hier schon bald der Underground der Avantgarde (und einer ganzen Menge Poppern) über den Weg lief. • Während die Hamburger Bohème im Park die schönen Aussichten auf ihresgleichen genoss, war die Kriminalität in Hamburg extrem hoch und die Stadt Tatort zahlreicher Raubüberfälle, Geiselnahmen, Amokläufe, politischer Morde und Clan-Kriege: In Tatort Hamburg schildert der Polizeireporter Thomas Hirschbiegel fünfzig Fälle aus der Kriminalgeschichte der Hansestadt. • Durch Die Augen der Lübecker Nachrichten sehen wir das Lübeck der – genau: 1980er Jahre. 350 Aufnahmen der Hausfotografen der Tageszeitung Marianne Schmalz, Alice Kranz-Pätow, Jo Marwitzky und Wolfgang Maxwitat zeigt der Band.
Freundliche Fische, große Pötte, ein Paar in Ringelshirts mit Hund und ein Kapitän, der sein Boot sicher über die nächtliche Elbe steuert: Wer seine Hamburg-Erinnerungen schriftlich festhalten möchte, kann das in den vier Notizbüchern aus der Hamburg-Kollektion von Human Empire tun.
Die Bilder von Elbe und Alster in Acryl auf Leinwand vom Maler Johannes Nawrath zeigen uns ein Hamburg, das Jan Bürger überhaupt nicht ›blöd und kläglich‹ findet, wie der große Heinrich Heine spöttelte, sondern nach wie vor ziemlich eindrucksvoll. • Und zuguterletzt präsentiert das Architekturjahrbuch die wichtigsten Hamburger Bauten und Projekte – nein, nicht der Achtziger, sondern des Jahrgangs 2023/24!

In der Reihe Zur Einführung erscheinen in diesem Herbst vier neue Titel:
Als Wegweiser durch das Feld aktueller Forschungsansätze der Daten- und Quantifizierungsgeschichte führt der Band Daten und Datenkolonialismus von Anna Echterhölter. • Digitale Technologie verändert in grundlegender Art und Weise unsere Auffassung davon, was Literatur ist, wie sie entsteht und wie sie wirkt. Der Band Digitale Literatur von Hannes Bajohr und Simon Roloff führt in technische Grundlagen, Poetologie, Geschichte und Theorie eines Genres ein, das wesentlich aus Algorithmen entsteht. • In kritischer Auseinandersetzung mit einschlägigen Positionen von Aristoteles über John Locke und Karl Marx bis hin zu John Rawls legt der Band Theorien des Eigentums von Niklas Angebauer und Tilo Wesche die eigentumstheoretischen Grundlagen frei, auf denen gesellschaftspolitische Streitfragen unserer Zeit diskutiert werden. • Der Band zu Antonio Negri von Roberto Nigro ist die erste deutschsprachige Einführung in Negris Werk und rekonstruiert nicht nur die jüngeren Entwicklungen von dessen Philosophie, sondern auch die Genese seines Denkens in den 1960er und 1970er Jahren.