Chiffren einer Stadt

Im Rahmen der Phototriennale Hamburg zeigt das Jenisch Haus Fotografien von Hans Meyer-Veden. Der Fotograf Hans Meyer-Veden hat Hamburg über mehr als drei Jahrzehnte hinweg in ausdrucksstarken Bildern festgehalten. Geboren 1931 in Stade und 1982 nach Altona gezogen, hat Meyer-Veden den urbanen Raum in seiner Vielfalt und seinem Wandel bis zu seinem Tod 2018 in einer ihm eigenen Bildsprache fixiert. Auffallend ist dabei die Abwesenheit der Menschen: Im deutlichen Gegensatz zu den Vertretern der klassischen Street Photography rückte Hans Meyer-Veden die Bewohner der Stadt nicht in den Fokus seiner Aufnahmen und übte den ungewöhnlichen Blick. Ganz ähnlich verfährt er im Umgang mit der Natur. So treten auch in dem Bildzyklus An der Elbe die bekannten Abschnitte des Flusses, wie sie sich dem konventionellen Bildgedächtnis eingeprägt haben, in den Hintergrund oder zeigen sich in neuer Perspektive. In den Mittelpunkt rücken dagegen Motive, die eingeübte topografische und ästhetische Wahrnehmungsmuster verändern.

mehr lesen

Vorschau auf das Herbstprogramm

Wir genießen gerade die ersten sommerlichen Tage und freuen uns auf entspanntes Arbeiten, wenn ganz Hamburg in die großen Ferien fährt, da liegt hier im Verlag schon die Vorschau mit den Herbsttiteln auf dem Tisch. Mit einem Blick aus dem winterlichen Blankenese auf die Elbe präsentieren wir unser neues Programm: Neben Frankfurt-, Lübeck- und Hamburg-Büchern gibt es Einführungen zu weitgespannten Themen. Blättert doch schon mal durch unsere Vorschau (als PDF), wenn ihr wissen wollt, was euch im Herbst erwartet.

Neue Frankfurt-, Lübeck- und Hamburg-Bücher

Bevor wir uns auf ins winterliche Blankenese machen, begeben wir uns zunächst auf einen Abstecher ins Lübeck der 1970er Jahre: Die Augen der Lübecker Nachrichten zeigen die Stadt im Umbruch zwischen Abriss und Altstadtrettung und setzen die ersten beiden Bände mit Lübeck-Fotografien von Hans Kripgans aus den 1950er und 1960er Jahren fort. • In Frankfurt sind wir mit der Architekturführer-Reihe schon in den 1990er Jahren angekommen: Der neue Band Frankfurt 1990–1999 zeigt ein sehr internationales Frankfurter Architektur-Jahrzehnt. • Zeitgenössische Architektur präsentiert das Jahrbuch mit den wichtigsten Hamburger Bauten und Projekten aus 2022/23. • Knapp zwei Jahrzehnte hat der Hamburger Fotograf Walter Lüden »seine« Stadt mit der Kamera porträtiert, von 1947 bis Mitte der 1960er Jahre. Auch in Blankenese, wo er mehrere Jahre wohnte, war Lüden häufig mit seiner Leica oder der Hasselblad unterwegs. Erstmals erscheinen jetzt seine Aufnahmen von Hamburgs »schönster Tochter an der Elbe« ausgewählt und gesammelt in einem Buch. • Das Hamburger Hausbuch nimmt die überkommene Form des Familienbuchs auf, reichert sie mit viel nützlichem und unnützem Wissen für moderne Hamburger*innen an und verbindet zeitgemäßes Design und moderne Illustrationen mit Elementen des konventionellen Hausbuchs. • Hamburg tätowiert portätiert 14 Privatstudios und Ateliers der Stadt von der Ältesten Tätowierstube Deutschlands über die Neuerer der 1990er Jahre bis zur jüngsten Generation. • In Classic Cars Hamburg nutzt der Fotograf Sven Grot die Hansestadt als Bühne für die unterschiedlichsten Young- und Oldtimer vom Alltagsauto bis zum Luxusgefährt. • Und in ihrem ersten Hamburg-Krimi Vergiss den Tod erzählen Hanns-Stephan Haas und Peter Wenig von einem verwickelten Fall ruchloser Erbschleicherei: Eine große Liebe endet mit einer Tragödie. Anna-Lena Benzow, an Alzheimer erkrankt, verwechselt in der unfallträchtigen Hamburger Waitzstraße Gas und Bremse und verletzt ihren Mann tödlich. Die vermögende Witwe lebt fortan allein in der Villa in Nienstedten und fühlt sich zunehmend bedroht …

Neue Einführungen

Donna Haraways Texte werden intensiv rezipiert. Trotz dieses regen Interesses liegt bislang keine systematische Einführung in ihre vielschichtigen Arbeiten vor. Der Band von Katharina Hoppe schließt diese Lücke. • Es gibt nicht den Kapitalismus, sondern zahlreiche Spielarten – so die zentrale These, die Julian Garritzmann in dieser Einführung in die vergleichende politische Ökonomie aufnimmt und vertieft. • Im Kontext der großen Krisen und Konflikte der jüngeren Vergangenheit ist Solidarität als Idee und Praxis so allgegenwärtig wie lange nicht. Andreas Busen und Stefan Wallaschek legen die erste systematische Gesamtdarstellung unterschiedlicher theoretischer und konzeptioneller Zugänge zum Thema vor. • Sind Verfassungen rechtliche oder politische Normen? Wer kontrolliert legitimerweise die Vorgaben einer Verfassung? Gibt es Verfassungen außerhalb staatlicher Ordnungen? Die Debatten u.a. um diese Fragen stellen Christoph Möllers und Sabine Müller-Mall in einem systematisch-historischen Durchgang dar.

mehr lesen

Recherchestipendien

 

 

Im Sommer 2020 haben die Behörde für Kultur und Medien und das Literaturhaus Hamburg unter der Federführung von Dr. Antje Flemming und Dr. Carolin Löher den Stadtführer Raus! Nur raus! – Unterwegs zu Lieblingsorten der Hamburger Literatur herausgegeben. 53 Autorinnen, Übersetzer, Veranstalterinnen und Buchhändler zeigten in sehr persönlichen Texten die mannigfaltigen Literaturorte der Stadt – darunter die Buchhandlung Lüders, den Silbersack, die U3, den Hammer Park, das Nachtasyl und viele andere. Die bisher mit dem Buchverkauf erzielten Erlöse kommen nun den Hamburger Literaturschaffenden als sechs Recherchestipendien à 3000 Euro zugute. Die erste Ausschreibungsrunde, in der drei Stipendien vergeben werden, beginnt sofort.

 

mehr lesen